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Nebeleben

Oktober 5, 2008

Mit der Philosophie im Kopf bin ich mit dem Fahrrad durch die Stadt gefahren. Zwischen den pompösen Säulen eines alten Ratsgebäudes saß ein älterer Mann im Schneidersitz auf dem Boden, mit verwittertem Gesicht und rissigen Händen eine Zigarette drehend. Neben ihm stand ein Sechserträger Bier, eines davon offen vor ihm.

Ich habe mich gefragt, was wohl jemand, der auf der Straße lebt, von diesen Gedanken halten würde. Gibt es für Menschen, die im öffentlichen Leben als Schatten wahrgenommen werden, so etwas wie höhere Gerechtigkeit, Kontingenz und einen spürbaren Sinn im Leben? Ist erkenntlich, dass Frustration und konträr Freude abhängig davon zu sein scheint, welche Erwartungen ich an das Leben richte und wie ich damit umgehe, wenn diese nicht erfüllt werden? Um das herauszufinden, muss man wohl fragen.

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