Die Idee hinter den Gedanken in diesem Blog soll sein, herauszufinden, wie sich das Leben anfühlt, für die Menschen, die nicht funktionieren oder nicht so funktionieren, wie es im Rahmen eines Leistungsprinzips erwünscht ist. Diese Menschen bleiben für den größeren funktionswilligen/-fähigen Teil immer ausgestattet mit einem von diesen beim Gegenüber erahnten Selbstverständnis, das nicht oder nur selten überprüft wird. Einfacher ausgedrückt: Anscheinend können wir alle uns gut vorstellen, wie es sein muss, obdachlos zu sein, betteln zu müssen, diskriminiert zu sein usw., schließlich halten wir es nicht für nötig, diese Menschen aus dem gesellschaftlichen Nebelbereich zu holen, in dem sie sich befinden. Im Gegenteil, wir wollen wahrscheinlich eher, dass es so bleibt, wie es ist. Wenn ich selbst funktioniere, habe ich doch reges Interesse daran, dass diejenigen, die nicht funktionieren, auch als solche erkennbar bleiben, nicht die selben Vorzüge genießen wie ich, kurz: der Unterschied zwischen leistend und dem irgendwie gearteten Gegenteil gewahrt bleibt, weil dies meine Identität bestärkt. Und wenn der Unterschied eben nur darin besteht, dass wir uns kollektiv (mit einigen Ausnahmen) dafür entscheiden, bestimmte Menschen nicht, nur schemenhaft oder mit eingeschränkter Sicht wahrzunehmen.
Das Produkt nenne ich Nebeleben.


